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07. April 2007, 10:06 Uhr, nggalai

A Poetic Hallucination.

While gazing at the gorgeous sky
The golden clouds moving by
Small white and blue dots fell down on the ground and disintegrated with a soft “plop.”

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01. April 2007, 12:33 Uhr, nggalai

Grau-Grün.

Grüne Fettflecken schmieren über das Gesicht der bärtigen Verkäuferin, die rostige Broccoli-Strünke anbietet. „Erst 543 Tage alt! Ganz frisch! Probieren Sie!“ Ich probiere, und blauklingende Violinen regnen von meinen Ohren.

Der quirlende Oberstorch ist glücklich. 23mal wurde gerührt, das Meme hat seinen Platz in der Weltenseele gefunden. Wenn da nicht der Broccoli wäre.

Schwarz.
Rot.
Pink.

Die neuen Farben des alten Abendlandes, welches das Weiß und das Gold verabscheut und sich mit Mastodonen im Sumpf suhlt. „Ein Königreich für ein Bier! Mein Pferd für ein Königreich!“

Stille macht sich breit mit der Insistenz einer gefangenen Libelle.

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28. Februar 2007, 18:42 Uhr, nggalai

Rilke.

Zigarettenglut glimmt im Dunkeln.
Mein Herz brennt lichterloh.

Ausgedrückt im Aschenbecher.
Du liebst mich nicht mehr.

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17. Juni 2006, 21:10 Uhr, nggalai

Warten.

Es war einmal ein Schweizer, der mit Hämorrhoiden im Büro sass und schwitzte. Ausserdem langweilte er sich sehr, was aber nicht zu ändern war: Sein Chef hatte einfach keine Arbeit für ihn. Nicht weiter schlimm, dachte sich der Schweizer, habe ich so doch genug Zeit, mich zwischendurch aufs Klo zu verziehen und mich um meine Hämorrhoiden zu kümmern.

Der Schweizer freute sich wie ein Schneekönig, als ihm eröffnet wurde, dass er gleich für die Firma ein Telefonat führen sollte. Er hatte Beschäftigung! Zwar ging es nur um eine Transaktion, nichts Anspruchsvolles, aber es war ein Fortschritt. Er musste irgendwie noch zweieinhalb Stunden rumkriegen, bevor er endlich in das wohlverdiente Wochenende gehen konnte. Ein Wochenende, an welchem er Bier konsumieren würde, passend zum drückenden Wetter.

Bier. Ja, Bier. Der Schweizer wunderte sich. Normalerweise trank er, wenn überhaupt etwas Alkoholisches, dann doch Rotwein. Aber die Hitze der letzten Tage hat ihn augenscheinlich männlicher gemacht: Mit einem Bier in der Hand und in der Unterwäsche sass er daheim vor dem Ventilator. Und musste feststellen, dass ihm das eigentlich auch noch Spass bereitete. Also würde er sich fürs Wochenende keinen erlesenen Tropfen, sondern ein paar Bier besorgen. Er freute sich bereits darauf, aber zuerst musste er das Telefonat führen. Darauf freute er sich ja auch.

Der Anschluss klingelte. Oder das Telefon? Jedenfalls piepte es rhythmisch in des Schweizers Ohr, und er wartete. Nach zwanzig Sekunden dann endlich eine Stimme. „Einen Moment, ich verbinde“. Aber was war das? WARTESCHLEIFENMUSIK! Der Schweizer HASSTE Warteschleifenmusik, seit er ein paar Monate bei einem Telemarketing-Unternehmen gejobbt hatte. Er biss die Zähne zusammen und summte leise vor sich hin, versuchte, sich abzulenken. Nach einer subjektiven Ewigkeit kam endlich eine Person an den Apparat. „Tut mir Leid, die Dame ist gerade ausser Haus. Kann ich etwas ausrichten?“ - „Nein, danke, ich versuche es später nochmal.“ Klick. Es war überstanden.

Das Warten ging weiter.

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09. März 2006, 21:30 Uhr, nggalai

Zimt.

Die Eicheln fallen schwarzrot von den Telefonmästen und zerstäuben in 1043 Teile, als sie auf dem wackeligen Boden aufschlagen. Der wackelige Boden murmelt ein leises 'Hare Krishna' und verkrümelt sich heim, um mit einer Wärmeflasche und einer Kanne Schnaps den Winter zu überdauern.

'23 ist die Zahl der Zahlen', meint der Oberstorch. 'Du sollst 23mal rühren, nicht mehr, nicht weniger, nur so wird der Espresso genießbar.' Die Bewohner des Landes folgen dem Ratschlag, silbernes Besteck klimpert in dickwandigen Tassen. Der Espresso ist nicht sehr glücklich darüber, aber was kann Kaffee schon gegen die geballte Macht höriger Quirler ausrichten? Nichts, und das ist auch gut so, denn der Oberstorch hat Recht.

Recht haben oder recht haben? Wo liegt der Unterschied? Die pfeffrige Brillenschlange kann sich nicht entscheiden, fürchtet aber das Schlimmste. Und sie soll Recht behalten.

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09. Dezember 2005, 16:18 Uhr, nggalai

Malve.

Fiese kleine Wichtelzwerge gießen Staub in die Maschinerie und lachen hämisch. 'Nanu,' entspringt es unserem Helden, 'weshalb stocken die Zahnräder und schleift der Bolzen? Mag es etwa Sabotage sein? Doch nein, die Zungen sind blau, alles ist in Ordnung!'

Der saure Rauch treibt Tränen in die Augen der Hermaphroditen, die sich zum jährlichen Kongress der Visionen eingefunden haben. Sie gehören da nicht wirklich hin, aber niemand stört sich ob ihrer Anwesenheit. Sie bestellen ein singendes Bier (eines pro Person) und stoßen auf den Paradigmenwechsel an.

Unser Held kämpft mit den Hebeln, er ringt mit den Reglern und flucht mit den Besten. Es muss funktionieren, es MUSS funktionieren!

Eine Zigarette erlischt, und das Licht blendet die Welt.

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17. Juli 2005, 21:24 Uhr, nggalai

Silber.

Panikerfüllt rennt der junge Mann durch die Straßen, seine Stelzen unter dem Arm und die nackten Fußsohlen auf dem Kopfsteinpflaster. Gackernde Gruppen von Aas-Staubsaugern zerstreuen sich auf seinem Weg, nur um sich anschließend wieder um die Überbleibsel der Frischfleischtypographen zu streiten.

Der junge Mann denkt fiebernd nach. 'Woher kannte ich ihn nur? Was geschieht mit mir? Und weshalb schmerzen meine Füße so sehr?'

Der kleine Fleischdachdecker, den er noch immer in seiner Hand hält, lacht hämisch. 'Deine Füße schmerzen, weil Du bisher nie ohne Stelzen gegangen bist. Aber Du denkst zu viel nach. Lass es gut sein. Sonst wirst Du mich nie los werden.' Der Fleischdachdecker pafft weiter seine winzige Pfeife, während ihn goldene Funken wie ein vulgäres Sonnensystem umkreisen.

'Ich brauche dich nicht,' murmelt der junge Mann im ruhigen Ton, und wirft den kleinen Fleischdachdecker im hohen Bogen über die nahegelegene Friedhofsmauer. Der Fleischdachdecker lacht, als er über das spitzenbewehrte Mauerwerk fliegt und sanft auf einem frisch aufgeschütteten Grab landet.

'Du magst dich sicher fühlen, aber es wird der Tag kommen, wo Du dich nach mir sehnen wirst. Erinnere dich meiner Worte, wenn es so weit ist.'

In dem Moment gleitet der Fremde um eine Hausecke und hält hustend inne. Er nähert sich dem jungen Mann mit kleinen Schritten. In seiner Hand glänzt ein Miniaturtoaster.

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